Im Vital-Zentrum Glotz spricht man viele Sprachen

05.04.2012

Zum Weltgesundheitstag 2012: Interview mit Glotz-Marketingleiter Helmut Lange (Wochenzeitung GRÜNE WOCHE am 4.4.12)

Das Vital-Zentrum Sanitätshaus Glotz hat in seiner Branche den Ruf, deutschlandweit Vorreiter in Sachen "Ethnomarketing" zu sein. Glotz-Marketingleiter Helmut Lange erläutert in einem Interview die damit verbundenen Ziele und zeigt, dass die Glotz-Betriebsgröße ein großer Vorteil für alle Kunden ist - für die Deutschsprachigen ebenso wie für Fremdsprachler.

In Ihren Anzeigen weisen Sie auf die Fremdsprachen-Kompetenz im Vital-Zentrum Glotz hin. Warum?

Unser Anspruch und Versprechen lautet: Das Plus an Lebensqualität. Das gilt natürlich für alle Ethnien und Sprachgruppen. Fremde Ethnien machen in der Region Stuttgart einen Anteil von 25% aus, zum Teil auch mit deutscher Staatsangehörigkeit. Um diesen Personenkreis wollen wir uns servicefreundlich kümmern.

Weshalb sprechen Sie gerade als Vital-Zentrum und Sanitätshaus fremdsprachige Mitbürger an?

Gerade im Gesundheitsbereich kommt es auf Vertrauen an. Das lässt sich nach unserer Überzeugung viel besser und leichter gewinnen, wenn keine Sprachbarrieren bestehen. Wir sorgen ja auch sonst für Barrierefreiheit - z.B. im häuslichen Bereich für Rollstuhlfahrer oder auf unserer Homepage durch Schriftvergrößerung für Kurzsichtige. Gerade bei körperlichen Beschwerden kommt es sehr darauf an, sich sprachlich genau und differenziert ausdrücken zu können und verstanden zu werden.

Können sich die angesprochenen Personen eigentlich unter „Vital-Zentrum“ und „Sanitätshaus“ konkret etwas vorstellen?

Da gibt es durchaus ein Kommunikationsproblem. Seit unserem Umzug nach Gerlingen und dem Ausbau zum Vollsortimenter im Bereich medizinischer Hilfsmittelversorgungen - also seit 2008 - verwenden wir den Begriff "Vital-Zentrum", weil „Sanitätshaus“ nur einen Ausschnitt unseres Leistungsportfolios widerspiegelt und wir in den insgesamt sechs Geschäftsbereichen viel mehr zu bieten haben. Glotz steht auch für Technische Orthopädie, Rehatechnik, Homecare und Medizintechnik. Wir haben schon viel Geld dafür ausgegeben, den Begriff „Vital-Zentrum“ unseren deutschsprachigen Landsleuten nahezubringen. Noch schwieriger ist dies, wenn im Ausland die Vertriebsstrukturen für medizinische Hilfsmittel völlig anders gestaltet sind. Dort gibt es keine Sanitätshäuser in unserem Sinne und es fällt deshalb schon schwer, diesen Begriff nachvollziehbar zu übersetzen, z.B. ins Arabische, wo viel mehr über Klinik-Versorgungen läuft. Auch im englischen Sprachraum sind die Strukturen ganz anders, sowohl in den USA als auch in Großbritannien. Für die Türkei, Russland oder z.B. Griechenland gilt dies in gleicher Weise.

Wie vermitteln Sie diesen Sprachgruppen dann, was in Deutschland ein Sanitätshaus oder Vital-Zentrum alles zu bieten hat?

Begonnen haben wir mit Mund-zu-Mund-Propaganda und einem deutschen Vermittler griechischer Abstammung - beides durchaus erfolgreich. Gerade im Begriff, diesen Marketingansatz konzeptionell auszuarbeiten, erhielten wir 2009 die Einladung, uns an einem türkischen Diabetes-Tag im Stuttgarter Bürgerhospital zu beteiligen. Kurzfristig hat ein türkischstämmiger Glotz-Orthopädietechniker einen Firmenprospekt über orthopädieschuhtechnische Diabetes-Versorgungen in seine Muttersprache übersetzt. Natürlich war an diesem Aktionstag auf unserem Ausstellungsstand am meisten los. Denn die türkischen Laute aus der Unterhaltung mit unseren türkischsprachigen Mitarbeitern wirkten wie ein Magnet auf die Besucher.
Als nächstes schrieben wir kommunale Ausländerbehörden, Ausländervereine und Konsulate in Stuttgart an, mit mäßigem Erfolg. Zur besseren Erreichbarkeit richteten wir eine spezielle Telefon-Durchwahl und eine Email-Adresse ein (contact@glotz.de).

Wichtig war dann die Unterstützung durch den wtv Württemberger Telefonbuchverlag, der die „Gelben Seiten“ herausgibt. Dort gaben wir einen Video-Spot von 36 Sekunden Länge in Auftrag, übernahmen den Clip auf unsere Homepage (www.glotz.de) und ließen ihn in 5 Fremdsprachen synchronisieren. Weitere 5 Sprachen sind zur Zeit in Arbeit und werden kurzfristig eingestellt.


Was versprechen Sie sich von Ihrer Ethnomarketing-Kampagne?

Der Begriff „Ethnomarketing“ gefällt uns ganz und gar nicht, obwohl es der gebräuchliche Fachbegriff ist. Bei mir stellen sich da negative Assoziationen ein. Uns geht es im Vital-Zentrum Glotz vielmehr darum, ein auch in der Firmenphilosophie begründetes Anliegen zu erfüllen. Sie mögen es kurz mit Hilfsbereitschaft oder gar Nächstenliebe umschreiben. Natürlich geht es uns auch um „Return on Investment“ - dafür trage ich Verantwortung.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Marketing-Kampagne?

Wir haben ganz bewusst Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Anzeigenkampagne einbezogen. Sie machen sehr gerne mit und fühlen sich zu Recht wertgeschätzt. Unsere Anzeigen sind als persönliche Aussagen formuliert und sind durch ein Foto besonders authentisch. In diesen Anzeigen überzeugen unsere Mitarbeiter als Testimonials mehr als jeder Promi!
Wir haben uns darüber hinaus natürlich auch genau überlegt, wie wir an die 75% der deutschen Einheimischen eine positive Botschaft übermitteln können. Erstens: keine fremdsprachige Anzeige ohne eine sinngemäße deutsche Übersetzung! Das unterstützt den Eindruck des Polyglotten und macht unser Anliegen auch der deutschen Leserschaft verständlich. Dieser Auftritt stellt unter Beweis: „Glotz kann mehr“.

Zum Zweiten: ich habe mir oft überlegt, wie die Glotz-Betriebsgröße von über 230 Mitarbeitern in der Firmengruppe als Vorteil für den Kunden kommuniziert werden kann. Am überzeugendsten gelingt das damit, wenn wir darauf hinweisen, dass immer ein Spezialist da ist, der hilft - auch zu Urlaubszeiten und der nicht gerade krankheitsbedingt verhindert ist. Zu diesen Mitarbeitern gehören viele mit einem fremdsprachlichen Hintergrund. Eine Übersicht der Fremdsprachenkenntnisse einzelner Mitarbeiter im Intranet gibt Jedem im Unternehmen die Möglichkeit, den passenden Fremdsprachler zu finden, um Anfragen und Wünsche an diesen weiterzuleiten.

In der Öffentlichkeit und in der Presse finden wir mit dieser Thematik natürlich große Resonanz. Jetzt beispielsweise gerade zum Weltgesundheitstag am 7. April.

Sonderseite in der Grünen Woche

weitere Informationen
Wikipedia:  Ethno-Marketing
Zeit-Online 1.4.2010:  Die Seele umschmeicheln (Artikel v. Sandra Pfister)

Anzeigen
türkisch:        Ercan Cicek
griechisch:     Theodora Teneketzi
russisch:        Lilli Weiß
russisch:        Sergej Eberlin

weitere Anzeigen sind in Vorbereitung

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