Netzwerktag Palliativ-Netz Stuttgart

21.10.2013
Vierter Netzwerktag des Palliativ-Netz Stuttgart am 16. Oktober 2013: Zugänge schaffen - Menschen erreichen

Leise Töne, nachdenkliche Gesichter, zaghafte Sprache – alles Bilder einer großen Betroffenheit. Im Festsaal des Freien Musikzentrums in Feuerbach herrscht Stille, während Barbara Pachl-Eberhart ihre Geschichte erzählt. Sie ist Gast beim Netzwerktag des Palliativ-Netz Stuttgart und liest für die Zuhörer - dem Fachpublikum und der eingeladenen Öffentlichkeit - aus ihrem mehrfach ausgezeichneten Buch vier minus drei. Die Geschichte, wie sie es geschafft hat, nach einem tragischen Umfall, bei dem sie ihre ganze Familie verlor, den Weg in ein neues Leben zu finden, berührt alle.

Es ist die gleiche Betroffenheit, die nachher Tor für wichtige Gespräche öffnet. Sowohl im Austausch mit der Autorin nach der Lesung als auch in Begegnungen auf dem Markt der Möglichkeiten wird sichtbar, wie groß der Bedarf der Menschen an Austausch und Informationen ist. Die Teilnehmer – etwa 70 Vertreter der Fachöffentlichkeit sowie interessierte Bürgerinnen - konnten sich bei den zahlreichen Ausstellern des Markts der Möglichkeiten über die Angebote der palliativen Versorgung in Stuttgart informieren. Die Besucher waren beindruckt über das vielfältige Angebot des Palliativ-Netz Stuttgart. Ein Besucher brachte das so zum Ausdruck „In Stuttgart wird eine hervorragende Arbeit für die Menschen in der letzten Lebensphase geleistet. Und es ist nötig, dass in der Öffentlichkeit darüber berichtet wird.“

Wie erreicht man aber Menschen mit einem Thema, das unbequem, Angst machend und sogar tabuisiert ist? Diese Fragen standen im Fokus des Netzwerktages. Neben den Erfahrungen der Fachleute halfen hier auch Kreativität und Ideen von Künstlern und Kommunikationsprofis. Sowohl beim Begrüßungstalk als auch bei den Workshop waren sie präsent und teilten mit den Fachleuten ihre Erfahrungen zu der Arbeit für und mit Menschen in der letzten Lebensphase. Gemeinsam sprach man über unterschiedliche Perspektiven und Situationen, mit denen Betroffene und Angehörige meist plötzlich konfrontiert sind. Dieses Zusammenspiel war für alle Beteiligten eine Bereicherung und zeigte auch der anwesenden Öffentlichkeit, über wie viel Kompetenz das Netzwerk verfügt.