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Parenterale Ernährung

Homecare umfasst auch Formen künstlicher Ernährung und intravenöser Schmerztherapie

Kontinenzversorgung

Parenterale Ernährung und Schmerztherapie - trotzdem ein weitgehend normales Leben führen

Parenterale Ernährung

Die parenterale Ernährung ist eine Form der künstlichen Ernährung, bei der der Magen-Darm-Trakt umgangen wird und die Nährstoffe direkt in die Blutgefäße verabreicht werden. Dies kann zu Hause, in der Klinik oder beim Onkologen erfolgen. Dem Patient wird so die Rückkehr in seine gewohnte Umgebung ermöglicht. Die Versorgung zu Hause erfolgt in der Regel durch einen Pflegedienst, wobei auch die Angehörigen bzw. der Patient selbst den Umgang mit der parenteralen Ernährung erlernen können.

Aus unseren guten Händen

Eine parenterale Ernährung ist nötig, wenn der Patient über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen kann. Die Nährlösungen enthalten alle Nährstoffe, die zum Leben notwendig sind. Die Zusammensetzung wird auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, wobei die Berechnung der Nährlösung davon abhängt, ob der Patient zusätzlich essen und trinken kann oder ob er sich vollständig parenteral ernähren soll. Die Nährlösungen bestehen im Allgemeinen aus Aminosäuren, Glukose, Fett, Elektrolyten, Spurenelementen, Vitaminen und Wasser (Standardbeutel). In besonderen Fällen kann die Zusammensetzung des Beutels individuell gemischt werden (Individueller Beutel).

Die intravenöse Schmerztherapie

Die Applikation erfolgt ähnlich der oben beschriebenen parenteralen Ernährung. Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen und diese werden von jedem Menschen unterschiedlich empfunden. Bei der Schmerztherapie im häuslichen Bereich sind überwiegend Menschen mit chronischen, meist tumorbedingten Schmerzen betroffen. Der Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“ fordert, dass jeder Patient ein angemessenes Schmerzmanagement erhält, um Schmerzen vorzubeugen, auf ein erträgliches Maß zu reduzieren oder diese zu beseitigen (DNQP).

 

Fragen zur parenteralen Ernährung

Wie gelangt die Nährlösung in meinen Körper?

Voraussetzung für die heimparenterale Ernährung ist ein geeigneter Zugang

- ein total implantierter Katheter („Port“)

Portkatheter werden vollständig unter die Haut implantiert. Der Katheter ist äußerlich nicht sichtbar und man kann sich frei bewegen. Zur Verwendung muss der Port durch eine spezielle Nadel angestochen werden.

- ein implantierter Katheter mit äußerem Segment

Diese Katheter (Hickmann- oder Broviac-Katheter) werden in ein herznahes Blutgefäß platziert, das in Brustnähe wieder ausgeleitet wird.

Wann und wie lange ernähre ich mich parenteral?

Die Menge und der Zeitraum hängen von der Anordnung des Arztes in Absprache mit dem Ernährungsteam ab. In der Regel verabreicht man die Lösungen über Nacht, um dem Patienten die Gelegenheit zu geben, sich über Tag frei bewegen zu können. Die Infusionszeit ist abhängig von der Größe und der Zusammensetzung der Beutel und beschränkt sich auf die Dauer zwischen 12 und 16 Stunden.

Darf ich zusätzlich essen und trinken?

Ob Sie zusätzlich essen und trinken dürfen, hängt von Ihrer Erkrankung ab. Ihr Arzt kann Ihnen hierzu entsprechende Informationen geben.

Bin ich mit der parenteralen Ernährung mobil?

Wenn Sie sich überwiegend nachts ernähren, bedeutet die parenterale Ernährung keine zusätzliche Einschränkung Ihrer Mobilität. Sollten Sie sich überwiegend am Tag ernähren, stehen ihnen mobile Pumpensysteme zur Verfügung, die über einen Akku betrieben werden und zusammen mit dem Infusionsbeutel in einem Rücksack verstaut sind, so dass auch diese Variante keine wesentliche Einschränkung der Mobilität bedeutet.

Sie können entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einkaufen, Fahrrad fahren, spazieren gehen, Sie können auch schwimmen gehen, wenn Sie das Kathetersystem mit einem Wasser abweisenden Folienverband abdichten. Einige der Patienten gehen auch ihrer Arbeit nach. Sie können in Urlaub fahren, wobei hier die medizinische Versorgung gewährleistet sein sollte. Vor Antritt der Reise sollten Sie diesbezüglich unbedingt mit Ihrem zuständigen Arzt oder mit uns organisatorische Dinge klären.

Wer übernimmt die Organisation oder hilft mir bei Problemen?

Vor Ihrer Entlassung kümmert sich eine Fachkraft des Vital-Zentrums Glotz um die Organisation der „heimparenteralen“ Ernährung (HPE). Sie organisiert die Belieferung in die Apotheke, sucht mit Ihnen zusammen einen Pflegedienst aus und nimmt Kontakt zu Ihrem Hausarzt auf.

Am Tag der Entlassung trifft sie sich mit dem Pflegedienst bei Ihnen zu Hause, um die Handhabung zu besprechen und den Erstanschluss zusammen durchzuführen.

Im Anschluss besucht Sie unsere Fachkraft regelmäßig, wobei sich die Anzahl der Besuche nach Ihren Bedürfnissen richtet. Jeder Besuch wird dokumentiert, um den aktuellen Gesundheitszustand zu überwachen.

Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für die „heimparenterale“ Ernährung (HPE) trägt die Krankenkasse. Wenn Sie nicht gebührenbefreit sind, müssen Sie die gesetzliche Zuzahlung leisten. Bei Fragen zur Kostenübernahme stehen wir Ihnen auch hier als Ansprechpartner zur Verfügung.